“the book without pages”
bad brambach (ot hohendorf) – nachdem mir mein altes notizbuch während der reise “abhanden” gekommen ist, musste ich ein neues beginnen. genau wie dieses buch beginnt auch unser leben neu. und wie immer am anfang: man weiss nicht, wo es endet. eigentlich haben wir noch nicht einmal eine ahnung, eine grobe richtung in die es gehen soll – ja, aber …nichts genaues weiss man nicht. ich habe heute einen spruch von lao-tse aufgeschnappt: “die antworten warten am ende unseres weges” (oder so ähnlich, zumindest der sinn stimmt). und so ist das dann wohl auch!
die ersten tage haben wir tief im schönen vogtland verbracht – in idylle und abgeschiedenheit. genau das richtige nach buenos aires. von 12 millionen auf 120 bewohner. umrahmt von wäldern, wiesen und feldern, fernab urbanen lebens und akzeptablem internetzugangs. das einzige, das sich hier ändert ist das wetter.
auch mit der wohlorganisierten deutschen behördenkultur haben wir schon wieder unsere bekanntschaft gemacht. um auf die bezugsliste des alemanischen humankapital-sammelbeckens zu kommen, gings ab aufs amt und ein fröhliches “hallo! wir sind wieder da!” geträllert. worauf sich von einer um-die-fünfzig-jährigen ansprechpartnerin mit spürbar wenig begeisterung erkundigt wurde, wer wir denn sind. also existenzberechtigung hochhaltend zeigend: “wir hier – und wir sind schon im system erfasst!” ups – fehler! wer wir sind und ob wir im system schon erfasst sind, entscheiden definitiv nicht wir! nix im system (obwohl wir uns pflichtschuldig vor abreise bereits beim arbeitsamt gemeldet und registriert haben) – alles noch mal neu. ob die sperrfrist abgelaufen ist und ob wir überhaupt bezugsberechtigt sind, muss erst noch geprüft werden. termine, termine – nein, einen termin für sie beide am gleichen tag ist leider nicht möglich, die kommen nämlich vom system. nein, fragen jedweder art kann ich ihnen nicht beantworten, ich bin nur der eingang. (nein, ich bin nicht frustiert, ich hasse nur meinen job, alle die mir gegenüber sitzen und hatte seit drei jahren keinen sex mehr, nicht mal schlechten!).
es nützt ja nüscht, da muss man durch.
wie ihr seht, sind wir erst – wenn überaupt – beim vorwort des buches angekommen. das inhaltsverzeichnis hat jedoch schon ein paar einträge, die mit inhalt gefüllt werden wollen:

08.08.-TiVOLi Zwickau
- wochenende um den 01.08. – dresden
- 08.08. – rückkehrparty im TiVOLi in zwickau
- 16.08. – dockville-festival in hamburg
und dann stehen noch besuche in berlin, im ruhrpott, im rhein-main gebiet und im thüringischen an. falls sich jemand mit einer schlafgelegenheit in den genannten gebieten randrängeln möchte – gerne, sind wir sehr dankbar dafür.
soweit die aktuelle planung. wozu eigentlich arbeitsamt? wir können uns ganz gut selbst beschäftigen.
titel: mjuix (@mySPUTNIK.de)
“time is running out”
bad brambach (OT hohendorf) – da wir seit 10.07.2009 – 13:30uhr wieder auf deutschem boden weilen, ist dieser beitrag eigentlich schon voellig veraltet. der vollstaendigkeit halber wollen wir euch die letzten tage in buenos aires nicht vorenthalten.
vornweg jedoch ein nachtrag im nachtrag: die bilder unserer uyuni-tour im suedwesten boliviens. 4 tage im jeep, 2 naechte in lehmhuetten bei temperaturen deutlich unter dem gefrierpunkt, eine nacht in einem salzhaus und ueber 400 bilder – 64 davon hier:
| tupiza – tour salar de uyuni |
nach den iguazu-faellen gings in einem 20-stunden-busshopser nach buenos aires… und damit faktisch schon nach europa. abgesehen von tango, parillas und argentiniern, ist die stadt so europaeisch wie paris, rom oder madrid.
wir haben es zwar ruhig angehen lassen, haben aber doch so einiges gesehen. bilder koennen wir trotzdem nicht praesentieren. beim besuch des stadtteils la boca (eigentlich bekannt fuer sein erhoehtes kriminalitaetsniveau) wurden wir unsanft von teilen unseres eigentum enthoben, oder abgezogen! bloed von uns, denn wir gingen auf abgelegenen wegen, pech fuer die jungs, denn ausser peggys kleiner kamera und meinem abgetragenen rucksack war nichts von wert dabei. zumindest nichts wertvolles fuer die, mein notizbuch und eine volle speicherkarte mit buenos aires bildern waren dabei. seltsamerweise habe ich meine grosse kamera noch, obwohl die offen am guertel hing. es waren wohl noch anfaenger oder die koennen sie nicht gebrauchen. und irgendwie fair waren sie auch. den schluessel (zur wohnung eines freundes bei dem wir uebernachteten) gaben sie mir wieder.
dank 23kg mehr an zulaessigem gepaeck und dem erwerb einer preisguenstigen tasche verging ein nicht unerheblicher teil der zeit mit shopping. als ergebnis: 2 neue jeans, 1 paar neue schuhe, diverse ober- und unterteile, unmengen souvenirs und mitbringsel. besonders die jeans haben richtig gut getan.
wenn man in buenos aires ist, kommt man am tango nicht vorbei. neben dem besuch einer tango-show im traditionsreichen cafe tortoni waren wir bei einer milonga (so was wie ne tango-disco) mit vorhergehender tango-stunde. zumindest die grundschritte hatten wir drauf und ich bewegte die lipppen fast nicht mehr beim zaehlen. inzwischen wuerden wir uns, glaube ich, wieder auf die fuesse latschen.
woran man auch nicht vorbei kommt (neben pizzerien und cafes) sind parilladas – laeden, die sich auf das grillen von unmengen, saftigem, zarten, ueberdimensionierten und aeussert wohlschmeckenden rindfleich spezialisiert haben. hatte ich schon erwaehnt, dass das rindfleisch hier sagenhaft ist? und billig? man kann sagen, ich habe die letzten tage voll ausgekostet – buchstaeblich.
am 09.07. um 12:15uhr ging der rueckflug ueber sao paolo (ohne umsteigen) und london (mit umsteigen) nach frankfurt. in wiesbaden wurden wir gebuehrend begruesst und quartiert (danke nochmal dafuer!). peggy hat sich die neue jeans gleich mal durchgetanzt und ich das alkoholdefizit der letzten 3 monate ausgeglichen! fette!!
!zum schluss noch ein nicht ganz unwichtiger veranstaltungshinweis!
wir laden zu einer kleinen rueckkehr-party ein! und konnten dafuer auch eine aufstrebende tanz- und unterhaltungsmusik-kappelle verpflichten: mjuix! (bloglesern nicht unbekannt) fuer einen kulturbeitrag von fuenf euroenchen werden sie den abend musikalisch untermalen. vorher zeigen wir ein paar bilder der reise und langweilen euch mit geschichten.
Termin: 08. august 2009 – Studentenclub TiVOLi in zwickau.
fuer kostenlose uebernachtung ist isomatte und pennbeutel mitzubringen. bettwaesche kann auch gegen entgelt gestellt werden. bitte aber vorher mal bescheid geben. kostenpflichtige uebernachtung kann auch organisiert werden, bitte aber dafuer unbedingt rechtzeitig bescheid geben.
wir freuen uns auf euch!
titel: muse (@youtube)
“Hasta Quemarnos”
puerto iguazu – die grenze passierten wir in villazon/la quiaca. wir waren wieder in nordargentinien. einen stopp legten wir in humahuaca ein, ein suesser kleiner ort umgeben von bunten bergen.
| humahuaca – iruya |
nach drei tagen hatten wir aber genug von dieser landschaft. der ausflug zum abgelegenen bergdorf iruya haute uns auch nicht mehr aus den socken. wir hatten genug bunte berge gesehen und entschlossen uns etwas frueher nach puerto iguazu zu fahren.
eine sehr lange busreise fuer uns, aber dank der guten busse in argentinien kein problem (nach den busreisen in bolivien ist hier alles der reinste luxus!!). fuenf stunden nach salta, dort war es mittlerweile auch kalt und zum ersten mal sahen wir wieder einen bewoelkten himmel. in den vergangenen wochen (ausnahme nationalpark manu in peru) hatten wir nur sonne und blauen himmel. kalt war es trotzdem, vor allem nachts. weiter ging es am nachmittag, 23 stunden busfahrt, die ueberraschend schnell vergingen. in puerto iguazu erwartete uns suptropische landschaft, eine willkommene abwechslung nach all der staubigen und wenig gruenen landschaft.
gewaltige wasserfaelle
trotz nebensaison waren in puerto iguazu erstaunlich viele touristen. an unserem ersten ausflugstag nieselte es und die sicht was miserabel. also entschlossen wir uns erst die argentinische seite zu besichtigen, da man hier naeher an die waesserfaelle herangehen kann. die brasiliansche seite bietet einen schoenen blick auf dieses gesamten wasserfaelle, aber den hoben wir uns fuer den folgenden tag auf, mit hoffentlich klarem wetter.
wir sind gleich zur garganta del diablo (”schlund des teufels”). der anblick war maechtig gewaltig. und es kann schon passieren, dass man mit offem mund und grossen augen dasteht. ein “wow”, kommt wohl jedem ueber die lippen. wir mussten immer wieder fotos schiessen aus alle moeglichen winkel. am ende des tages waren wir bei ca. 200 fotos. aber das geht bestimmt vielen so.
die iguazu wasserfaelle sind nicht die hoehsten, dafuer aber die breitesten und sehr beeindruckend. auf der argentinischen seite verbrachten wir den ganzen tag. auf verschiedenen wegen erkundeten wir den park. da wurden wir auch mal nass oder es war so laut, dass wir unser eigenes wort nicht mehr verstanden. nachmittags liess sich dann sogar die sonne blicken.
im park gibt es massig coatis (nasenbaere), die an die besucher gewoehnt sind, so dass sie nicht reisaus nehmen. nein, diese kleinen verfressenen tierchen pluendern die muelleimer und klauen gern essen von den tischen. da muss man echt aufpassen.
das wetter war am naechsten tag etwas besser, wenn auch nicht viel. von der brasilianischen seite sahen wir die gigantischen wasserfaeelle in voller pracht. dank etwas sonne machten wir auch wasserfallfotos inklusive regenbogen.
| iguazu |
nach einem ausruhtag machten wir uns auf dem weg nach buenos aires, unsere letzte station in argentinien. wieder mit dem bus und zum abschluss goennten wir uns cama (sitze lassen sich hier ganz weit nach hinten stellen).
typisch argentinisch
aber woran erkennst du, dass du in argentinien bist?
hier ein paar anhaltspunkte:
- zum fruehstueck gibt es zuckersuesse medialunas (croissants).
- dulce de leche (caramelcreme) aufs broetchen und in leckereien wie alfajores.
- rindersteaks sind guenstig und schmecken koestlich!!!
- asado (grillen) ist in aller munde. dazu gibt es chimichurri
- der wein ist ein traum!!!
- mate trinkende leute – egal wann und wo! thermoskanne und matebecher sind immer dabei.
- die restaurants fuellen sich erst sich abends erst gegen 22 uhr.
- die menschen sind auffallend freundlich und hilfsbereit.
- ll (spricht sich eigentlich wie “j”) und y werden wie “sch” ausgesprochen.
| typisch argentinisch |
titel: kinky (@youtube – weil mir der song gefaellt)
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