“island” (1. Teil)

Posted on Juni 7, 2009 | Filed Under bilder, bolivien, peggy | 1 Comment

copacabana - unsere letzte station in peru war puno am titicacasee mit einer uebernachtung auf der insel taquile. es sollte ein schoener abschluss unserer perureise werden, aber der ausflug auf die insel war fuer uns eher enttaeuschend.

inseltouren mit uebernachtung bei einer familie werden an jeder ecke sehr guenstig angeboten. wir entschieden uns trotzdem dagegen. warum? wir wollten unsere zeit wieder selbst einteilen und frei entscheiden koennen. auch lasen wir im reisefuehrer, dass die familien von den agenturen schlecht bezahlt werden und man besser den ausflug selbst organisieren sollte.
also kauften wir ein bootsticket am hafen und nahmen eine tuete mit verschiedenen fruechten als gastgeschenk mit.

auf dem weg zur insel legten wir einen kurzen stopp bei den uros ein. diese schwimmenden doerfern sind komplett aus schilf gebaut. jedes touristenboot haelt hier an und die frauen verkaufen souvenirs, winken zum abschied und singen ein lied. ich glaube, diese doerfer existieren nur noch fuer touristen.

insel taquile

nach weiteren drei stunden kamen wir auf der insel taquile an. unser boot war wohl das langsamste von allen, denn wir wurden staendig ueberholt. am steg warteten schon einige maenner, die uebernachtungen in ihren haeusern anboten. wir wurden von bernardo angesprochen. da auch der kapitaen meinte, dass wir mit diesem familienaufenthalt keinen fehler machen wuerden, gingen wir mit. unsere drei bootsbekanntschaften (zwei junge schweizer und eine junge englaenderin) schlossen sich uns an. mit den dreien hatten wir einen guten fang gemacht, wir hatten eine sehr schoene zeit.

insel taquile

im hof webten frauen und die kinder sprangen herum. unser gastvater bot uns an, dass wir fotos machen koennen. natuerlich zeigte er uns die selbstgefertigten produkte, die er zum verkauf anbot. zwar teurer als sonst, auch um die familie zu unterstuetzen, kauften wir eine tasche ab.

auf dem weg zum zimmer, folgten mir zwei toechter und ich fragte, ob ich ein foto machen darf. danach wollten sie geld von mir, was ich so ziemlich unverschaemt fand. ich gab ihnen lieber mandarinen. auf unserem weg zum aussichtspunkt kamen wir etwas vom weg ab und so fragten wir ein paar kinder, die uns dann den weg zeigten, es dabei aber nicht beliessen und uns begleiteten. nach einer weile meinten wir, dass wir auch allein weiter gehen koennen und bedankten uns. die kinder verlangten fuer ihre hilfe unangemessen viel geld, mangels alternativen gaben wir ein paar muenzen und zogen kopfschuettelnd weiter.

um sieben war es soweit und bernardo holte uns zum essen. es war nur fuer uns fuenf gedeckt. also nicht mit der familie essen, darauf hatten wir uns so gefreut. dann kam das essen: eierkuchen mit marmelade. wir wunderten uns zwar, warum das dessert zuerst kommt, aber dachten uns erst einmal nichts dabei. nur soeren war misstrauisch und hatte gar keine lust auf suesses essen zum abendbrot. als unser gastvater fragte, ob wir noch mehr wollen, war uns klar: das soll unser essen sein und nicht mehr. soeren sagte, er moechte keinen eierkuchen mehr, ob es jetzt nicht etwas anderes gibt. fehlanzeige. an dieser stelle ist uns der appetit vergangen und wir fragten, ob dieses essen wirklich so teuer sei wie anfangs erwaehnt. bernardo verschwand daraufhin fuer diesen abend. dafuer kam ein anderer mann, den wir vorher noch nicht gesehen hatten und wollte uns weiss machen, dass dies das uebliche abendbrot auf der insel ist. (was es natuerlich nicht ist, wie wir schon in diesem moment wussten und uns spaeter auch von anderen bestaetigen liessen) und es morgen dann eine suppe mit hauptgang zum fruehstueck geben wuerde. wir fuehlten uns verarscht, wollten auf keinen fall diese familie weiter unterstuetzen. so entschieden wir, an einem anderen ort zu fruehstuecken und einen angemessen preis fuer die eierkuchen auszuhandeln. was uns auch gelang. die fruechte assen wir nun selbst.

ein weiteres negatives beispiel mussten wir kurz vor unserer abfahrt erfahren, als wir essen zum mitnehmen kauften. anstatt der angekuendigten forelle war omelette und wenig beilage in der box, wie wir spaeter feststellten.

unser eindruck: die insel ist touristisch versaut. touristen sind fuer die einwohner meist nur noch herumlaufende geldbeutel und ziel ist es, moeglichst viel herauszuholen.

insel taquile

aber wir kennen auch reisende, die eine tolle zeit auf der insel hatten. sie ist ja auch sehr schoen und traditionell. frauen laufen mit ihrer spindel herum. und wo sieht man schon strickende maenner? auffallend ist die farbenfrohe kleidung und die bezeichnende kopfbedeckung der maenner: rote muetze mit weissem zipfel fuer unverheiratete und rot gemusterte muetze fuer verheiratete maenner. unverstaendlich ist mir allerdings, warum frauen ihre farbenfrohe tracht bei heirat in eine schwarze tauschen. verheiratet, das ende?

fortsetzung folgt

titel: heather nova (@youtube)

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Comments

One Response to ““island” (1. Teil)”

  1. Nicolamr on August 18th, 2009 7:17 pm

    Hallo, wie gehts? Ich bin auch wieder in der Schweiz. Habe alle Photos auf flickr geladen. Hier könnt ihr die sehen, wo wir gemeinsam gereist haben.

    http://www.nicolamarcaccirossi.com/tiki-index.php?page=Peru%2C+die+Titicaca-See+inseln

    Viel Glück!

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